4. „Na, ich wohne doch hier.“

Auch hier sei vorab bemerkt, dass das Verhalten des Mannes bis heute nicht besonders verständlich ist.

Nach einer sehr typischen Teenagerliebe, dem ersten Durchstehen von Problemen, dem Zusammenziehen, der Hochzeit, lief bei einem Berliner Ehepaar zunächst alles ganz gut. Das bisher einzig Ungewöhnliche an diesem Paar: sie haben sehr jung geheiratet. Zum damaligen Zeitpunkt war das Paar auch schon 5 Jahre zusammen. Also hat  alles sehr, sehr früh angefangen. Und zwar bevor beide wussten, wohin sie in ihrem Leben wollten. Und irgendwie konnte es nicht anders sein – die Wege mussten sich trennen.

Und trotzdem, die Art und Weise wieder ziemlich unverständlich. Denn sie will mit ihm reden, versucht immer und immer wieder in Gesprächen herauszufinden, was verbessert oder geändert werden muss. Sie hat das Gefühl, ihn überhaupt nicht zu erreichen. Er gibt zwar Antworten, scheint aber Lichtjahre von ihr entfernt zu sein. In ihrer Verzweiflung bei dem Gespräch damals auf dem ollen 80-er-Jahre-Ledersofa fragte sie ihn, was er denn dann hier mache, wenn er ihr nicht sagen kann, ob er sie liebt. Die Antwort: „Na ich wohne doch hier.“

Eines war klar – der Wohnraum lässt sich verändern. Der Beziehungsstatus auch. Und klar ist auch – der Umzug tat weitaus weniger weh.

Nachtrag: Aus heutiger Sicht ist es für beide richtiger als richtig gewesen, getrennte Wege zu gehen.

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