Mit geborgtem Schreibblock zu …

… Max Mutzke, der mir heute das lang ersehnte Interview gegeben hat.
Aber der Reihe nach:
Neulich brachte mir mein Produzent einen Flyer mit. Darauf der Hinweis auf einen Abend mit Max Mutzke und Finn Martin. Eine Roof-Party mit leckeren Drinks und Grillwurst. „Da muss ich hin“, dachte ich – und als ich gelesen habe, dass mit den Erlösen dieses Abends die Kita „Wiesenstraße“ unterstützt wird – dachte ich: „um so besser“.

Die Stimmung war klasse, die Moderation eher zum abgewöhnen – der Regen aber hörte wenigstens pünktlich auf, als Finn Martin anfing zu spielen. Schöne Gitarrenmucke mit wirklich toller Stimme. Genau das Richtige, um warm zu werden.
Nach sehr kurzer Umbaupause fängt die Mutzke-Soul-Band an zu spielen, Mutzkes unvergleichliche Stimme hören wir zunächst aus dem Off. Entgegen dem Konzert im Mai im A-Trane bietet er heute Abend altbekannte Songs inklusive „Marie“, „Schwarz auf Weiß“ und „Can’t wait until tonight“. Das Wetter ist weiter gnädig und ich genieße jeden Ton.
Leider dürfen Konzerte open air ja immer nur bis 22:00 Uhr gehen und viel zu schnell ist die letzte Zugabe gespielt. Auf dem Weg zum Fahrstuhl sehe ich Max am Rand stehen und mit Fans Fotos machen. Ich sage mir: „Jetzt oder nie“ und will natürlich auch ein Foto. Das bekomme ich und frage, ob ich irgendwann doch noch ein Interview mit ihm machen kann. Zum Glück erinnert sich Max an mich und schlägt vor, das Gespräch jetzt gleich zu führen. Ich hole einen Schreibblock hervor, den ich mir schnell noch – und das ist die einzige Vorbereitung – bei der Tochter einer Freundin am Nachmittag geborgt hatte. Eine sehr nette Assistentin bringt mich backstage und endlich starte ich ziemlich nervös und spontan mein erstes Interview:

Paula:
„Am heutigen Abend haben wir ja dann doch eher die älteren Stücke von Dir gehört. Warum hast Du denn nicht die neuen Songs vom im September erscheinenden Album am Publikum getestet?“

Max:
„Na ja, das ist immer die Sache des Veranstalters. Für dieses Konzert bin ich gebucht worden und sehr gern habe ich dem Wunsch des Veranstalters entsprochen. Denn ich mag beides: Soul und Jazz. Die Abwechslung – auch was die Band’s betrifft – ist super. Mit den Jungs von heute Abend spiele ich schon sehr lange und ich werde mit dieser Band hoffentlich immer wieder spielen. Monopunk, die mich bei den Jazz-Konzerten unterstützt, hätte aber sicher auch sehr gut funktioniert.“

Paula:
„Ich hätte ja gedacht, dass Du „Can’t wait until tonight“ gar nicht mehr spielen magst ….“

Max:
„Doch, doch – gerne sogar. Zum einen mag ich den Song und zum anderen ergibt sich meistens ein schöner Bogen am Ende der Soulkonzerte. Ich würde am liebsten immer ganz viele Songs spielen, die im Laufe der Jahre entstanden sind – aber das wären ja – hm, über 60 oder so …“

Paula:
„Stimmt – deshalb fehlte mein Lieblingssong – „Weg von hier“. „

Max:
„Ach ja, den haben wir wieder nicht gespielt. Muss ich der Band echt mal vorschlagen. Die Nummer finde ich ja auch geil.“

Paula:
„Als wir uns das letzte Mal getroffen haben, hast Du mir erzählt, dass vor der Veröffentlichung des neuen Jazz-Albums eine kleine Tour stattfindet, bei der getestet wird, wie die Songs ankommen und was noch verändert werden muss. Was wurde denn inzwischen noch verändert?“

Max:
„Eigentlich gar nichts.“

Paula:
„Gut so!“

Max:
„Wir haben gemerkt, dass die Songs gut funktionieren. Auf der anschließenden Tour wird sich sicher noch einiges ändern. Das ist auf Tour immer so. Songs entwickeln sich. Die Zuhörer, die Stimmungen und die Location’s sind ja auch immer anders und deshalb spielt man die Songs live nie immer gleich.“

Paula:
„Meine eigene EP erscheint einige Wochen vor Deinem neuen Album – es ist meine erste. Hast Du für mich Tipps, wie ich mit meiner eigenen Unsicherheit umgehe?“

Max:
„Na auf jeden Fall ist wichtig, dass Du gut findest, was Du da machst. Glaub daran und erwarte erstmal nichts. Alles was dann passiert – genieße. Gegen die Unsicherheit kann ich Dir nur folgendes mitgeben: Grönemeyer oder Lindenberg haben jahrelang richtig geile Sachen gespielt – einfach weil sie es geil fanden. Und sie sind am Anfang echt oft ausgepfiffen worden. Ein Udo Lindenberg hat heute mit über 50 so viel Erfolg wie nie zuvor. „

Paula:
„Vielen Dank, Max, für das Gespräch und die Tipps – ich freue mich sehr auf die Tour und das Album.“

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