You are so wonderful!

22:08 Uhr, noch kein Max Mutzke auf der Bühne, aber immerhin ist das Licht schon gedimmt. Ich sitze mit meiner Kamerafrau (LiBa) an einem der vielen kleinen Tische – so langsam kann es dann auch losgehen.

Dann kommt die Band: MonoPunk – bestehend aus Maik Schott (key), Danny Samar (b) und Tobias Held (dr). Sekunden später betritt unter dem Gejohle der Fans – vor allem der weiblichen – endlich Max die Bühne.

Feststellung Nr. 1 von mir: Jazz auf Deutsch funktioniert prima. Oft wird gesagt, dass deutschsprachiger Jazz zu gewollt oder verkrampft klingt – stimmt nicht. Gar nicht! „…der blanke Hohn … was du mit mir machst … “ mit der rauchigen Stimme von Mutzke gesungen – das möchte ich gar nicht auf Englisch hören. Und der Gesichtsausdruck von Max, der auch die Perkussionsintrumente spielt: Weltklasse!

Mutzke performt nun „Marie“, es folgt „Michelle“ von den Beatles mal ohne popige Schnörkel – ich singe mit und bekomme bei dieser Version Gänsehaut.

Dann erzählt Max von den letzten 3 Tagen in Hamburg, eingeschlossen am Wasser in einer Art Barackenstadt. „Wir haben gegrillt und manchmal auch geübt.“ Weiter erzählt er, dass einige Songs heute Abend mit seiner Historie zu tun haben, andere neu entstanden sind und er an einigen bekannten Liedern nicht vorbei kam – „Die wollte ich einfach machen!“

Weiter geht´s mit „Creep“ von Radiohead. Mir fällt auf, dass die Mädels um mich herum glasige Äuglein bekommen – noch mehr aber, wie sehr sich Mutzke entwickelt hat. Die seinerzeit „gepressten“ Töne, sind einer voluminösen kraftvollen und dadurch angenehm lauten Stimme gewichen – diese Stimme steht Max Mutzke sehr gut.

Später erzählt Max, dass er für das neue Album u. a. mit Cassandra Steen den Song „Me and Mrs. Jones“ aufgenommen hat. Er erklärt, dass er den Song heute allein singt – „Cassandra hätte nicht auf die Bühne gepasst.“ Das Publikum stöhnt, Max bemerkt seinen Faupax, bekommt einen roten Kopf und verbessert, dass die Decke zu niedrig ist. Leise flüstert er: „Ist die auch bei Sony?“ Allgemeines Gelächter folgt, insbesondere aus der hinteren Ecke, wo die Leute von Sony – seiner neuen Plattenfirma – sitzen.

Während Max alles gibt, nehme ich mir Zeit, die Band zu beobachten. Drei aus Holland stammende Jungs. Am Schlagzeug Tobias Held, der in sich ruhend wirkt und so spielt er auch! Diese Art zu spielen passt zu Mutzkes Musik einfach wunderbar und es stört mich nicht, dass das Instrument etwas zu laut ausgesteuert ist. Maik Schott an mehreren Keyboards geht – wie das so oft bei Keyboardern ist – voll in seinen vielen Tasten auf. Wunderbar finde ich den unvergleichlichen Hammond-Sound, den Schott mehrfach erklingen lässt. Neben Max ist es allerdings einmal mehr der Bassist, den ich am coolsten finde – Danny Samar. Richtig gut! Die Band ist eingespielt und dadurch eine wunderbare Stütze für Max, der sich voll und ganz auf die Musiker verlassen kann. Und entgegen früherer Eindrücke, bewegt sich Mutzke zu jeder Note. Er ist nicht mehr der Junge, den man ganz in schwarz gekleidet zum ESC geschickt hat. Ich sehe die Musik! In den Schultern, in den Beinen – die einfach nicht stillhalten wollen – bis in die Fingerspitzen.

Dann wieder ein eigener Song! Ein paar einleitende Worte bescheren mir schon vorm ersten Ton wieder diese Gänsehaut. Freunde von Max litten an Depressionen. Er hat die Zeit mit ihnen durchgestanden und „Durcheinander“ ist entstanden. Die Stimmung ändert sich schlagartig. Ich glaube, jeder im A-Trane war ergriffen von so viel Offenheit und Ehrlichkeit. Und genau deshalb für mich der beste Song des Abends – eindeutig.

Nach weiteren großartigen Stücken ist der Abend im A-Trane viel zu schnell zu Ende. Es werden noch zwei Zugaben gespielt – zuerst „Schwarz auf Weiß“, gefolgt von „You are so beautiful“. Max singt an einigen Stellen „You are so wonderful“ – und genau das ist er!

Nach dem Konzert trafen wir auf den Bassisten, der sehr wirklich nett war, wie man auf dem Foto sehen kann. Mit seiner Hilfe trafen wir dann schließlich auch Max. Er erzählt exklusiv ein wenig über das Jazz-Projekt. Diese kleine Tour findet mit Absicht mal weit vor der Veröffentlichung des Albums statt, sagt Max. So bekommen er und seine Leute einen direkten Eindruck von den Zuhörern. Später kann an der Endfassung des Albums noch gefeilt werden. Dann musste Max wieder rein, so eine großartige Stimme darf und soll sich nicht verkühlen.

Max auf der Bühne

Max und Paula

Der coole Bassist Danny Samar

 

Danke Max – für diesen wundervollen Abend!

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2 Responses to You are so wonderful!

  1. Viola says:

    Toll geschrieben. Macht richtig Lust auf ein Konzert mit Herrn Mutzke.

  2. Viola Kirst says:

    Liebe Paula,
    Echt cool geschrieben.Gefällt mir sehr gut.
    Es gibt wirklich sehr viele coole Songs von Max Mutzke.
    Meine Favoriten sind : Me and Mrs Jones,New Day,Sommerregen=obwohl Wir Winter haben.Marie,Song für Dich,Spür Dein Licht und St.Petersburg Boxer Version. Das sind Songs,die mir unter die Haut gehen.
    Bis bald,es grüßt Dich ganz lieb,Viola

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